ainmal nur das alphabet gebrauchen

oder

wie beschafft man wörter, deren beschaffenheit nicht bekannt ist?  

 Eine Veranstaltung zum "Tag der Literatur"

Und so sah das am 10. Mai 2009 im Hof des Büsing-Palais aus:

Viele Schüler aus unterschiedlichen Schulen legten gemeinsam Hand an die Holzbuchstaben.

Wir freuten uns besonders, dass Franz Mon gekommen war und den ganzen Nachmittag blieb um den Schülern tolle Anregungen für ihr Schaffen zu geben.

 

Erste Aufgabe: ein Anagramm aus DUICH stellen. 

Hierzu sehen Sie folgenden kleinen Film... VIDEO: DUICH

 

 

 

 

Motive für eine ICH/DU-Postkarte wurden gesucht

 

 

 

Literatur ... öffnet Türen,

 

wächst in die Höhe

 

und wird zum Turm

 

Aufgabe: aus einem Alphabetsatz einen Turm bauen!

 

alle packen mit an

 

Aufgabe:

Einen Satz rund um den Brunnen stellen!

"Die zweite Reihe besteht aus Schülern" Franz Mon

 

Sehen Sie zu dieser Aufgabe folgendes Video:
Video "roundabout" Das Dokumentationsvideo "Wortgarten" können Sie bei uns anfordern.

 

Presse zum Tag der Literatur am 1. 5. 2009         
 

Offenbach Post, 12. 5. 2009 

 

 

 

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ainmal nur das alphabet gebrauchen

oder

wie beschafft man wörter, deren beschaffenheit nicht bekannt ist?

fragt der 1926 in Frankfurt a.M. geborene Künstler Franz Mon in seinem Text: die „beschaffenheit von wörtern“ (1973).

Franz Mons bildnerische Arbeiten werden der „Konkreten Poesie“ zugeordnet, womit man eine Kunstrichtung zu umfassen versucht, die eine vitale Verbindung zwischen dem Wort und seiner schriftsprachlichen Erscheinungsform, der Typografie, sieht.

Dementsprechend setzen sich seine Gedichte oft aus räumlich angeordneten Buchstaben zusammen, die nicht immer auch zu ganzen Wörtern nebeneinandergestellt werden können. Die Texte erscheinen häufig extrem reduziert, was verstehbar wird, wenn man sich Mons Postulat vor Augen hält: es kommt nicht auf die menge der inhalte an sondern auf das verhältnis von zeichenaufwand und realisierbaren beziehungen.

 

Was aber meint Franz Mon mit dem abstrakten Ausdruck „zeichenaufwand“? Dies wird beim Eintreten in den Wortgarten kinderleicht erfahrbar und zunächst ganz konkret als der Energieaufwand verstanden, den es bereitet, eine schwere Holzskulptur zu finden und herbei zu tragen: "Wo fasse ich sie am besten an, und schaffe ich das allein, oder brauche ich vielleicht Hilfe? Ich könnte mir einen Splitter holen, oder der Buchstabe fällt mir auf den Fuß..." 

Umgang mit Sprache birgt Risiken, wird gewichtig und als solches körperlich erfahrbar. Worte werden nicht mehr leichtfertig verwendet und wieder abgetan. Mit einem Male sind alle Sinne am Spiel beteiligt und der ganze Mensch textet.

In der Skulpturengruppe der Schriftkünstlerin Tanja Leonhardt besitzt KultA e.V. ein ästhetisches Instrument um sich ganz im Sinne Franz Mons wörter zu beschaffen –  eine „wörterbeschaffungsmaschine“. Oder auch ein „reduzierinstrument“, durch dessen Membranen vergnügt die Inhalte diffundieren.

Im Nachmittagsworkshop zum Tag der Hessischen Literatur will KultA e.V. gemeinsam mit einer Schülergruppe im Sinne Franz Mons Buchstabenbilder schaffen, die von Zeichenbeziehungen erzählen. Der Dichter selbst wird die Schüler zuvor mit seinem Werk und seinem speziellen Umgang mit Sprache vertraut machen. (siehe unten) Der Denkansatz „Konkreter/Visueller Poesie“ und ihre Wurzeln im Dada werden den Schülern bei einer Einführung mit Tanja Leonhardt im Offenbacher Klingspor-Museum nahe gebracht. Museumsleiter Stefan Soltek öffnet schließlich das Archiv für die Schüler und zeigt ausgewählte Beispiele konkreter Poesie. Unterstütz und begleitet durch Mitglieder des Vereins KultA e.V. wird das Tun der Schüler sanft in vielversprechende Richtungen gelenkt, wenn das eigene Schaffen im Hof des Büsing-Palais mit der Skulpturengruppe beginnt. Wichtig: Prozesse und Ergebnisse werden fotografisch und filmisch dokumentiert und später ausgestellt.

wie beschafft man wörter, deren beschaffenheit nicht bekannt ist? Eine Antwort finden wir vielleicht im Buchstabenpark.

„unaufhörlich geraten Wörter aus ihrem Zusammenhang, verlieren den halt, den ihnen die brauchbarkeit gegeben hatte, purzeln uns zwischen die fuße und verschwinden zwischen erinnerungen, die niemand mehr hat. die masse des unbrauchbaren nimmt rapide zu ... besät von gebrauchsspuren, die sich manchmal entziffern lassen, oft aber undeutlich sind und bereits die gestalt des dings verformt, wenn nicht versteckt haben, diese in unserer Zivilisation ständig anfallenden Sachen, die mir ins äuge fallen, weil sie aus ihrem Verwendungszusammenhang herausgefallen sind, erscheinen mir nicht als bilder sondern als eine art von gedichten, die sich in sehr großer entfernung befinden und daher nur mehr sichtbar jedoch nicht hörbar oder lesbar sind".                                                                                                                                  Franz Mon  

 

Einladung als PDF-Datei

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Bereits am 28. April 2009 arbeiteten die Schüler des Literaturkurses der Rudolf-Koch-Schule mit Franz Mon im Wortgarten

Dies sehen Sie hier

 

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working   b  l  o  g

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"Tag der Literatur", 10.5.2009

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